Daniel BehrendtDaniel Behrendt lab II
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Daniel Behrendt

lab II/2018
2. Juni - 13. Juli 2018
Vernissage am 1. Juni, 18 Uhr

Daniel Behrendts Architekturmalerei zeichnet sich durch eine charakteristische Intensität aus.

Seine thematischen Schwerpunkte findet er in der Illustration Städtebaulicher Landschaften. Diese dienen nicht als Portraits geographischer Lokalitäten, sondern um Milieus zu skizzieren und spezifische Stimmungen und Atmosphären festzuhalten.

Für seine Malerei sammelt Behrendt Eindrücke und fotografische Momentaufnahmen auf seinen Wegen durch urbane Milieus. Er schreibt dazu: „Erstaunlich in welchen Hinterecken man bewohnte, zumeist brachial und erbarmungslos hingesetzte Betonkuben entdeckt. Wer lebt an einem solchen Ort, wie sieht dieses Leben aus und welche Parallelen lassen sich dort für die Allgemeinheit ziehen?“

Das Abgebildete in Behrendts Arbeiten soll deutlich aus der Ölfarbe heraus entstehen. Durch das Aufbauen von Schichtungen, was unter anderem auch dazu führt, dass die Struktur der Leinwand in den Hintergrund tritt, soll Materialität deutlich werden.

„Ich glaube an eine gewisse Kraft, die von der Farbe ausgeht und dem Gesehenen dazu verhilft, spürbar zu werden.“

So nüchtern seine Bilder auf den ersten Blick erscheinen, sie schaffen eine offenkundige Präsenz. Er findet Würde und Geheimnis in dem, was der Beobachter als anspruchslose und herzlose Architektur der Gegenwart bewertet. Die Mauer, der Putz, die Pigmente, das Fenster, der Vorsprung – ihre physische Präsenz ist frappierend, ganz ohne Anspielung und Maskerade.

In einer aktuellen Serie von Papierarbeiten, die eigens für die Ausstellung angefertigt wurde, zeigen sich einfache, geometrische Formen die zentral auf dem Format in Szene gesetzt werden. 

Zu sehen sind schemenhafte Kreisformationen in etlichen Variationen, die zum einen durch ihre scharfen Konturen und konträr dazu, durch ihre Auflösungserscheinung bestechen. Eine exakte Formgebung steht im Gegensatz zur organischen Struktur des pastosen Farbauftrags, der das Papier beherrscht. Eine Einfachheit, das Spielerische und eine gewisse Leichtigkeit sollen in diesen Werken zum Ausdruck gebracht werden. Auch die Reduktion in der Malerei, die Gratwanderung zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion sind – wie in Behrendts anderen Arbeiten –  feste Konstanten.