Happy painting and God blessHappy painting and God bless
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Andreana Dobreva & Alexandre Karaivanov

"Happy painting and God bless"

Vernissage am 20. März 2020
21. März – 21. April 2020

Düstere Gesichtszüge, dunkle Hintergründe, dann plötzliche grelle Farben. Verzerrte Minen, rätselhafte Blicke, geheimnisvolle Szenerien. Andreana Dobrevas Arbeiten existieren in einer ganz eigenen Welt, die ihren individuellen Regeln zu folgen scheint. Der Betrachter braucht einige Augenblicke, um das Sichtbare einzuordnen. Die Künstlerin fängt Momente ein, die mal alltäglich, mal skurril anmuten oder auf eben dieser Grenze oszillieren. Ihre Portraits sind bestimmt von einem eigenen Farbschema, welches erdige dunkle Nuancen mit rosagelblichen Akzenten auf verstörende Art und Weise mischt. Nicht zu vernachlässigen ist auch die teilweise vorkommende ironische Komponente, welche den Werken eine völlig neue Bedeutungsebene zukommen lässt. Das Werk besticht durch eindringliche Darstellungen, wobei sich der Aktionsradius der Künstlerin in dieser Ausstellung auf männliche Protagonisten, deren Alter und Herkunft nicht eindeutig festzulegen sind, beschränkt. Ebenso lässt die Künstlerin offen, wie sich die Szene zeitlich und räumlich verorten lässt. Kontrastierende Bildelemente erzeugen ein geheimnisvolles Moment. Die Künstlerin lässt den Betrachter willentlich im Unklaren. So werden wir zurückgelassen mit einer rätselhaften Faszination.

Es stellt sich die Frage, ob solche motivische Schäbigkeit die Adelung durch den Aufwand und die Akribie, welche der Fotorealismus dem Künstler abverlangt, überhaupt verdient. Vertritt man anderseits die Ansicht, dass der Fotorealismus eine heikle Sache ist, weil die bis zur Manie reichende Fixierung auf das Handwerkliche den Künstler verleitet, sich um jeglichen Inhalt herumzumogeln, muss man Alexandre Karaïvanov eine arglistige Verdopplung von Inhaltsleere unterstellen. Dahinter kann aber nur ein künstlerisches Konzept vermutet werden. In den Buntstiftbildern erscheinen zwei Künstlertypen zugleich, derjenige, der uns die hässliche Seite vor Augen führt, unseren Blick auf das stößt, was wir lieber verdrängen oder im Verborgenen halten und derjenige, der sein Können unter Beweis stellen will, in einem hehren, traditionellen Sinn. Zwei gegensätzliche Kunstauffassungen prallen jäh aufeinander und werden doch auch vereint. Dass der Künstler, der folgerichtig einst bei Ralph Fleck an der Nürnberger Kunstakademie und bei Karin Kneffel in München Malerei studierte, nun in der Fotografie-Klasse des bekannten Fotografen Jürgen Teller (AdBK Nürnberg) zu finden ist, ist ebenso folgerichtig. Denn Karaïvanovs Fotografien, die ihm als Vorlage für die Zeichnungen dienen, stehen zugleich ganz für sich, und sind darüber hinaus in ihrer ganzen Anlage und Erscheinung bereits schon das, was der Fan am Tellerschen Bildkosmos schätzt und auch ein wenig fürchtet.