Lev Khesin Neon BlackLev Khesin
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Lev Khesin

"Neon Black"

23. Januar - 26. Februar 2016
Vernissage am 22. Januar um 18 Uhr



Geht es um Erleuchtung? Auf jeden Fall, wenn man den Begriff wörtliche verstehen mag. Das Licht durchdringt das transparente Material: Farbige Schichten scheinen hindurch, flimmern und leuchten. Sie vermischen sich und changieren in ihren vielfältigen Schattierungen je nach Standpunkt des Betrachters und abhängig von der Tageszeit. Ein einziger Lichtstrahl kann eine tiefer liegende Farbe zum Glühen bringen, sie geheimnisvoll schimmern lassen oder diffus zerstreuen. Die Grenzen zwischen den einzelnen Farbfeldern sind nie deutlich wahrzunehmen, denn es sind keine Flächen, sondern Tiefen, aus denen ein Farbton heraufsteigt.

Erst die zerfransten Ränder, an denen das Wachstum des Bildes ablesbar ist, geben die ganze mehrschichtige Farbigkeit preis. Hier erst erkennt man den großen Aufwand des Künstlers, das Material in eine ihm vorschwebende Form einzuzwängen, ohne die natürliche Energie seines Widerstands zu verlieren.

Doch nicht die Technik des Ausführens, sondern ein besonderes Wissen um dem Sinn, der damit ausgedrückt werden kann, macht ein Bild zu einem Kunstwerk. Es ist genau dieses Wissen, welches die Technik lebendig maht. Und das, was lebt, verändert sich, durchschreitet Phasen, legt Abschnitte zurück, schafft Neues. Aus der Abfolge der verschiedenen Phasen lässt sich die künstlerische Entwicklung ablesen. In der Technik, die sich nicht allein im Handwerklichen erschöpft, steckt vielleicht die Antwort auf die Frage, was denn das Neue ausmacht.

(Irena Akopjan)