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Mena Moskopf

"Watchlist III/2017"

September 9th - October 3rd 2017
Opening reception: September 8th at 6 pm



Angetrieben von der Freude an der Verbindung von körperlichen, visuellen und intellektuellen Verständnissen entstehen die Arbeiten von Mena Moskopf. Ein sehr wichtiger Aspekt ist dabei das Innehalten und Hervorheben des Moments. Die Lust an Blicken und das Spiel in der Beobachtung stößt einen Prozess des Erkennens in einer fluiden, schnelllebigen und von Bildern übersättigten medialen Zeit an.

Die Vorlagen der malerischen Arbeiten sind daher aus dem realen sowie dem digitalen Leben gegriffen. Ausschlaggebend für die Auswahl der Fotografien und Screenshots von Personen, sind deren Intensität im Ausdruck. Die Situationen stammen hauptsächlich aus alltäglichen Begebenheiten und rufen Fragen über die veränderte Selbst- und Fremdwahrnehmung hervor. In der zeichnerischen Malerei wird dieser Moment des Innehaltens der medialen Bilderflut entgegengesetzt. Der Augenblick wird eingefangen und entweder so belassen oder beschnitten und neu zusammengefügt. Er wird seziert um ihn darzustellen und zu ergründen. Dabei behalten die Arbeiten in ihrer Umsetzung eine Leichtigkeit, die dem Betrachter neben einer wissenschaftlichen eine rein sinnliche Herangehensweise ermöglicht.

Die auf den ersten Blick weich anmutenden Linien, lassen den Betrachter in ein fliessendes Wechselspiel von Bewegung gleiten, welches mit figurativen Momenten dem Auge in ihrer Komposition Halt gibt. Die Tuschzeichnungen sind mit dem Pinsel auf halbtransparente Papiere gemalt. Manche von Ihnen sind direkt auf die Wand tapeziert und ergeben dadurch einen unmittelbaren Bezug mit dem umgebenden Raum. Die natürliche Grenze eines Bildes wird aufgehoben und der Betrachter betritt mit dem Raum in dem das Bild hängt auch das Bildgeschehen. Er projiziert seine Gedanken und Bezüge nicht mehr nur in eine flache Arbeit, sondern beginnt diese durch seine Bewegung zu erweitern und fast schon zu bewohnen. Die Verbindung von intellektueller und physischer Erfahrbarkeit lässt den Betrachter ein euphorisches Spiel mit der eigenen Wahrnehmung erleben.

Die inhaltlich vielschichtige Möglichkeit an die Arbeit heranzutreten werden in der Technik der schichtweisen Überlagerung halbtransparenter Papiere reflektiert. Die gemalten Linien, welche sich zwischen, unter oder auf der obersten Seite befinden, verbinden und teilen die verschiedenen Ebenen. In Ihrer Intensität erscheinen sie dadurch am Beispiel der schwarzen Tusche von tiefschwarz bis hellgrau. Nicht nur in der malerischen und materialbedingten Umsetzung wird die Überlagerung der Wahrnehmungs- und gesellschaftlichen Themen deutlich, sondern auch in der bewusst kritisch und humorvollen Titelgebung.

Mena Moskopf leitet den Blick mit den Möglichkeiten der malerischen Freiheit und der damit einhergehenden Verantwortung auf das zwischenmenschliche Verständnis in einer von digitalen Medien beeinflussten Wahrnehmung und der damit korrelierenden Erfahrbarkeit des Moments.