Robert SturmhoevelRobert Sturmhoevel
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Robert Sturmhoevel

"peccadillo (frame) tales"

04. März - 01. April 2016
Vernissage am 03. März um 18 Uhr



Blechspielzeug, Puppen, Kreisel, Kuscheltiere - das sind Robert Sturmhoevels bevorzugten Bildmotive und zugleich thematischer Schwerpunkt seiner Arbeit. Spielzeug als Attribut für vergangene Zeiten, Erinnerungen an die Kindheit, Erwartungen an die einst dagewesene Zukunft, Projektionen auf das jetzige Selbst, die eingetroffene Realität, sowie enttäuschte oder erreichte Wünsche. Imaginierte Rückblicke an die Kindheit werden in Sturmhoevels Werk hervorgeholt und mit idealisierten Illusionen angereichert.Eine blitzblank aufpolierte Auswahl an Spielsachen, platziert auf monochromen, pastelartigen oder dunklen Bildgrund, zeigen liebevoll das Facettenreichtum längst vergangener Zeiten. Robert Sturmhoevel greift die materielle Kultur der Spielsachen aus und stellt das Objekt in den Mittelpunkt der Betrachtung. Losgelöst von den Grenzen der Leinwand schwebt das Erinnerungsfragment frei im abstrakten Raum. Ausschließlich ein farbiger Schlagschatten, der durch einen markanten Pinselstrich geführt ist, ebnet das Objekt in einen gewissen Umraum. Die glänzende Oberfläche der Malerei verbindet sich mit einer rostigen Kruste oder schmierigem Dreck, der sich auf den Objekten niedergelassen hat. Die idealisierten Werte des materiellen Objekts "Spielzeug" werden aufgelöst und in eine zeitliche Dimension der Benutzung sowie des Stillstandes manövriert.Für den Künstler selbst steht die Möglichkeit einer narrativen Bildsprache im Fokus seines Schaffens. In fragmentarischen Arbeitsprozessen entwirft er diese großen Szenarien und kleineren Bildserien, die in Ebenen geschichtet sind und denen eine hohe atmosphärische Dichte inne wohnt. Provoziert wird eine beklemmende Stimmung zwischen Vertraut- und Fremdheit. Durch eine vorrangig freundlich, kitschige und simple Darstellungsweise, die im starken Kontrast zum offenen unheilschwangeren Erzählstrang steht, wird der Aspekt einer zweideutigen Bildsprache verstärkt. Die traditionell-figurative Malerei dient ihm dabei als formaler Einstieg in ambivalente Bildwelten.