Spoiler 2Spoiler 2
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Tobias Köbsch & Sophia Schama

"Spoiler 2"

Vernissage am 06. September 2019, ab 18 Uhr
Saisonstart der Galerien im Kontorhausviertel

Ausstellungsdauer: 07. September - 18. Oktober 2019

Die Ausstellung "Spoiler 2" zeigt neue Malereien von Tobias Köbsch und Sophia Schama. Die beiden KüstlerInnen stellten 2012 gemeinsam unter dem Titel "Spoiler" in einer Leipziger Galerie aus und knüpfen sieben Jahre später wieder daran an. Schama und Köbsch verfolgen unterschiedliche malererische Ansätze. Während Köbsch seine realistischen Gemälde sorgsam plant und in einem aufwändigen Arbeitsprozess entwickelt, arbeitet Schama aus der malerischen Gerste heraus und gelangt auf diesem Weg zu einer intuitiven und gleichsam hochpräzisen Bildsprache.

Mit seiner fotografischen bzw. filmischen Bildästhetik spielt Tobias Köbsch, wie andere Künstlergenerationen vor ihm, mit dem Prinzip Illusionismus, dem trügerischen Wirklichkeitsanschein. Doch zielt die technische Brillanz seiner gemalten oder plastizierten Tableaus nie auf täuschende Verführung in imaginäre Welten, sondern auf eine kritische Momentaufnahme des aktuellen Verhältnisses von Bild- und Weltbewusstsein. Anders als die medienreflexive Malerei in den 1970er- und 1980er-Jahren interessiert Köbsch nicht der gemeinsame Abbildungscharakter von Fotografie, Film und Leinwandmalerei. Vielmehr versucht er die ästhetischen Codierungsformen, insbesondere die emotionalisierende Qualität aktueller Zeichenproduktion darzustellen.

(Dr. Joachim Penzel)

Sophia Schamas Bilder sind als hybride Landschaften zu verstehen. Die Natur bei Sophia Schama hat nichts Idyllisches. Tiere treten uns hier ebenbürtig gegenüber, distanziert, nicht schutz- oder hilfsbedürftig. Die Bilder lassen sich als Ausdruck einer Koproduktion von Natur und Gesellschaft lesen. Dass die Natur vergesellschaftet wird, während die Gesellschaftsentwicklung naturwüchsig verläuft, ist ein gedanklicher Komplex, den die Künstlerin mit ihren Motiven immer wieder anreißt, ohne eine endgültige Positionierung vorzunehmen, und so dem Betrachter ermöglicht, seinen eigenen Standpunkt zwischen Natur und Kultur zu hinterfragen. Schamas Bildwelten stecken voll verwirrender motivischer Bezüge. Mit nur wenigen sorgfältig gesetzten Pinselstrichen entstehen komplexe Flächeraum-Verhältnisse. 
(Linda Karohl, Susanne Prinz, Jasper Kettner und Hans Gerd Koch)